1.Februar 2019, Schaibing:

Jahresempfang - Dank an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter

Text von Josef Reischl 

Wir müssen eine frohe, einladende und solidarische Glaubensgemeinschaft sein!“

Dankeabend für die Ehrenamtlichen – Pfarrer Erwin Blechinger würdigt ausgeschiedenen Kirchenpfleger Josef Gell

Von Josef Reischl

Schaibing:  Seit 1998 lädt die Pfarrei St. Josef jedes Jahr so um den Festtag „Mariä  Lichtmess“ zu einer Dankefeier ins Pfarrzentrum ein. Dieser Abend beginnt immer mit einem feierlichen Gottesdienst, in den heuer die Erstkommunionkinder mit verschiedenartigen  Kerzen aktiv eingebunden waren, und der vom Kirchenchor unter Leitung von Bernadette Klein feierlich mitgestaltet wurde. Pfarrer Erwin Blechinger betonte, die Welt brauche mehr denn je das Licht des Glaubens.

  Im großen Pfarrsaal spielte die „Schaibinger Tanzlmusi“ unter Leitung von Katharina Heide  flott auf.  Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sandra Boxleitner begrüßte dann zum 22. „Neujahrsempfang“ alle  angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, sowie zahlreiche  Ehrengäste , unter ihnen Mitglieder der Pfarrgemeinderäte Untergriesbach und Obernzell, sowie Rektorin Michaela Ippenberger von der Grundschule, Bettina Weiss vom Kindergarten St. Marien, Bürgermeister Hermann Duschl,  einige Gemeinderäte und  die Vorstandschaften der Vereine  und lud dann zum Abendessen ein.

 Pfarrer Erwin Blechinger hieß anschließend seinerseits vom Pastoralteam Pfarrvikar Balazs Czuczor, Gemeindereferenten Günter Maier, Pfarrer i.R. Josef Remberger und Domkapitular Claus Bittner willkommen. Zu Beginn der Mitarbeiterfeier stellte er das Leben des Diözesanheiligen, Bruder Konrad, in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, der mit seinem Sein vorbildlich Gott, den Menschen und seiner Gemeinschaft gedient habe.  In jedem Menschen stecke von Grund auf irgendwie dieses dienende Wesen,  „so auch in vielen von euch Pfarrangehörigen!“ Dafür gelte es Lob, Dank und Anerkennung zu zollen und ein aufrichtiges „Vergelt`s Gott“ zu sagen.

 Pfarrer Blechinger resümierte: „Keine Familie, kein Gemeinwesen, keine Pfarrei, kein Verein und kein Staat  kann leben und überleben ohne den je spezifischen und möglichen Beitrag eines jeden  Einzelnen für die Gemeinschaft.  Jeder wisse, dass ein Ehrenamt nicht nur unentgeltlich, sondern vor allem auch unbezahlbar ist, so der Pfarrer. So solle das Motto der Diözese Passau: „Wir sind eine frohe, einladende und solidarische Glaubensgemeinschaft!“ nicht nur  für  die  haupt- und ehrenamtlichen  Mitarbeiter, sondern auch für alle  Menschen  in der Pfarrfamilie St. Josef  gelten.

  Dabei wisse wohl jeder, dass es überall, wo Menschen sind, auch menschelt, dass es Missverständnisse und  Vorurteile, Enttäuschungen, Missgunst und  Getuschel, ja Beleidigungen geben kann. Das habe die Pfarrei im Herbst schmerzlich und leidvoll erfahren müssen. Erwin Blechinger sprach diese unselige Situation an.  Vorwürfe, Vermutungen und  Unterstellungen von verschiedenen Seiten, aber auch „aneinander vorbei reden“  hatten damals  vor allem Kirchenpfleger Josef Gell getroffen, was zu seinem Rücktritt und bei einigen Mitgliedern zum sich Zurückziehen aus der Kirchenverwaltung geführt hatte.

                   In der Folge konnte für die anstehenden Wahlen zur Kirchenverwaltung  nicht die erforderliche Anzahl von Kandidaten  gefunden werden .Ohne Kirchenverwaltung wäre die Pfarrei aufgelöst und nach 81 Jahren wieder zu einer Expositur geworden. Dazu  Pfarrer Blechinger: „Da haben einige beherzte Pfarrbürger in letzter Minute bei mir angerufen und sich zur Verfügung gestellt, dass die Pfarrei weiter bestehen kann. Diesen Personen gelte großer Dank!“ Da brandete Beifall im Pfarrsaal auf. Abschließend setzte Pfarrer Blechinger wohl einen Schlusspunkt unter persönliche Grenzen und Schwächen: „Wo man Vergangenes nicht aufarbeiten kann oder will, muss man Geschehenes auch einmal ruhen lassen können, auch wenn Versöhnung christlich geboten bleibt! Wir haben eine neue, motivierte Kirchenverwaltung bekommen mit Kirchenpfleger Christoph Pleyer.“

           Pfarrer  Erwin Blechinger würdigte den ausgeschiedenen Kirchenpfleger, der nicht zum Danketag gekommen war: „Lieber Josef, ich bin noch zu kurz im Amt, um alles aufzählen und erwähnen zu können, was durch deine Hände und Nerven ging und auf deinen Schultern lastete.“ Dann zählte der Pfarrer eine lange Liste von Projekten auf, die dieser  24 Jahre als Kirchenpfleger oft initiierte, immer organisierte und aktiv begleitete, aber auch viele kleine Aufgaben, die man erst wahrnehme, wenn sie nicht erledigt werden. Er habe in den letzten Monaten immer gehört: „Des  hod oiwei da Gell Sepp g`macht!“

           Erwin Blechinger weiter: „ So bedauern jetzt viele, dass diese Zeit zum Ende und zu so einem Ende gekommen ist. Vieles ist in den Protokollen, vor allem in den Erinnerungen und Herzen der Schaibinger verewigt, vieles bleibt auch unbemerkt. Gerade auch dafür sage ich Danke  und Vergelt´s Gott“.  Auch die anwesenden Pfarrangehörigen dankten mit lang anhaltendem Beifall. Die Dankurkunde von Bischof Stefan Oster und einen  Gutschein für den Domladen, sowie ein Geschenk der Pfarrei überreichte er dem neuen Kirchenpfleger mit der Bitte um Weitergabe.  

 An Mesnerin Rosina Fenzl, die 18 Jahre der Kirchenverwaltungen angehörte und nicht mehr kandidierte, überreichte er die Dankurkunde des Bischofs und einen Geschenkgutschein.  Ewald Anetzberger stellte sich nach 24 Jahren und Wolfgang Fesl nach  sechs Jahren nicht mehr für die  Kirchenverwaltung zur Verfügung.  Auch sie erhielten in Abwesenheit Urkunden und ein Geschenk.

 Bürgermeister Hermann Duschl  sinnierte in seinem Grußwort  über den Festtag Mariä Lichtmess nach, der früher ein „Schlankltag“ gewesen sei, an dem die Dienstboten  beim alten Bauern „ausgestanden“ und bei einem neuen Bauern „eingestanden“ seien. Am heurigen  Lichtmesstag könne man rückblickend auch in der Pfarrei so manches Ende sehen und manchen Neubeginn näher betrachten.

 So habe sich schon im Vorjahr der Frauenbund aufgelöst. Im letzten Jahr habe nach einem schwierigen Start in die Pfarrgemeinderatswahlen am Schluss ein verjüngtes Team doch einen gelungenen Beginn hingelegt. Im  Juli habe man  Pfarrer Peter Meister verabschiedet und Erwin Blechinger als neuen Pfarrer und Balazs Czuczor als Pfarrvikar begrüßt. Die Pfarrei Schaibing sei im September in den großen Pfarrverband eingebunden worden. Der Neubeginn sei geglückt, so Hermann Duschl, selbst Mitglied im Pfarrgemeinderat.

                   Die Pfarrei sei dann im Herbst schwer erschüttert worden durch Differenzen auf verschiedenen Ebenen, Unterstellungen und bösem Gerede, was schließlich zum unrühmlichen Ende der „Ära Sepp Gell“ geführt habe. Josef Gell  habe ihn ausdrücklich gebeten, beim Dankeabend deutlich zu machen, er habe sich als Kirchenpfleger nicht bereichert, die Anschuldigungen hätten ihn tief  getroffen. Die Neuwahlen in dieses Gremium seien davon überschattet worden. Nach vielen Jahrzehnten sei zum 1. Januar der Pfarrkindergarten in die Trägerschaft des diözesanen Caritasverbandes übergegangen.

           Eine großartige Foto-Rückschau auf das Pfarrleben 2018 mit Bildern von Josef Reischl und Günter Maier, von Georg Kronawitter zu einer Beamer-Show aufbereitet, erfreute abschließend die Gäste des Dankeabends.

weitere Fotos von Josef Reischl / Internetaufbereitung: Günter Maier

 

Fotos und Internetaufbereitung: Günter Maier