Die Krippenbaufreunde blieben nicht untätig. Sie holten Informationen über Heilige Gräber ein, besuchten Museen und Ausstellungen. Im Museum für Volkskunde in Haslach im Mühlviertel erlebten die Schaibinger etwas Kurioses: Erwin Rechberger sagte, als Josef Reischl ihm Fotos zeigte, spontan: “Genau das suche ich seit vielen Jahren! Dass es so was überhaupt noch gibt! Ich kaufe euch das Kunstwerk ab!“ Fachleute und Gutachter wurden eingeladen. Kirchenpfleger Josef Gell begleitete die Aktivitäten sehr interessiert. Kreisheimatpfleger Helmut Rührl war überrascht, dass in dieser Region plötzlich so ein Kunstwerk auftaucht: „Ihr wisst wahrscheinlich gar nicht, welche Kostbarkeit ihr da habt.“ Konsulent Alfred Zehetner, passionierter Heimatforscher im österreichischen und bayerischen Raum, meinte: “Ein beachtliches, religiöses Kunstwerk, das es verdient, wieder aufgestellt zu werden.“Christian Goller aus Gebrechtsmühle bei Untergriesbach, als akademischer Kunstmaler und Kirchenrestaurator im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt, sprach spontan von einem beachtenswerten religiösen Werk, zwar einfach in der Darstellung, aber aussagekräftig in der Thematik. Das Heilige Grab harmonisiere mit den Vorhandenen Farben in der Schaibinger Kirche und füge sich als Kunstobjekt durchaus in den modernen Raum ein.

                                  

Hierzu Bild mit Restaurator Christian Goller in seiner Werkstatt in Gebrechtsmühle

Der Kulturchef des Landkreises Passau Dr. Wilfried Hartleb gratulierte den Schaibingern zu diesem Besitz. Er verstehe nicht, warum man dieses großartige Werk einfacher Frömmigkeit nicht schon längst aufgebaut habe. Der Kunstreferent der Diözese Passau, Alois Brunner, betonte, Heilige Gräber habe es vielerorts gegeben. Fast alle seien verschwunden, weil sie nicht mehr zeitgemäß gewesen seien. Er bat die Krippenbaufreunde eindringlich, sich der schwierigen Restaurierung anzunehmen. Das als Flügelaltar gebaute Heilige Grab sei eine kunstvolle Darstellung der Ostergeschichte, ein großartiger Ausdruck von Volksfrömmigkeit und in dieser Art weitum, wahrscheinlich sogar in der Diözese Passau, einmalig.